Modifikation Icom SM-30

Ziel der Modifikation: Besserer Klang durch mehr Bass-Response (natürlicherer, vollerer Sound) und potenziell klarere Audio. Das wird erreicht, indem das Mic-Element ersetzt und der Koppelkondensator angepasst wird, um die Frequenzantwort zu erweitern.Benötigte Werkzeuge und Teile

  • Schraubendreher (Kreuz und Flachkopf)
  • Lötkolben mit feiner Spitze und Lötzinn
  • Entlötpumpe oder -litze
  • Multimeter (zum Messen von Widerständen und Spannungen)
  • Ersatz-Electret-Element: Ein hochwertiges electret-Kondensatormikrofon-Element (z. B. aus einem guten Computer-Headset wie Plantronics oder ein spezielles wie Panasonic WM-61A; Kosten ca. 5-10 €, erhältlich bei Elektronik-Shops wie Reichelt oder Amazon). Achte auf ähnliche Größe (ca. 6-10 mm Durchmesser) und Sensitivität (-35 dB bis -28 dB).
  • Koppelkondensator: Ein neuer Keramik- oder Folienkondensator mit 1 µF (statt typischer 0.1-0.47 µF für mehr Bass). Spannungsfestigkeit min. 16 V.
  • Optional: Schrumpfschlauch für Isolierung, Pinzette.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Vorbereitung und Öffnen des Mikrofons
    • Trenne das SM-30 von deinem Transceiver (z. B. IC-7300, IC-7100).
    • Lege es auf eine antistatische Unterlage.
    • Entferne die Schrauben am Boden des Gehäuses (typischerweise 4-6 Schrauben). Der Schwanenhals (Gooseneck) ist oft abnehmbar – drehe ihn vorsichtig ab, falls nötig.
    • Öffne das Gehäuse vorsichtig, um die interne Platine freizulegen. Das SM-30 hat eine einfache Schaltung mit Preamp (Verstärker), basierend auf einem Transistor oder OpAmp, dem electret-Element und wenigen Passivkomponenten (Kondensatoren, Widerstände).
    • Notiere dir die Verkabelung (z. B. mit Fotos): Das electret-Element ist ein kleiner Zylinder mit zwei Anschlüssen (Signal und Ground). Es ist mit der Platine verbunden. Der Ausgang geht über den 8-Pin-Stecker (Pin 1: Audio, Pin 2: +8V Versorgung, Pin 7: Ground).
  2. Identifizieren der Komponenten
    • Das electret-Element: Es sitzt im Mikrofonkopf und ist mit zwei Drähten (meist rot für Signal, schwarz für Ground) an die Platine angeschlossen.
    • Der Koppelkondensator: Suche auf der Platine nach einem Kondensator (oft markiert als C1 oder ähnlich, Wert 0.1 µF bis 0.47 µF), der zwischen dem Element-Ausgang und dem Eingangsverstärker (Transistor oder OpAmp) liegt. Er blockt DC und beeinflusst die Bass-Response. Ein kleinerer Wert schneidet Bass ab; ein größerer lässt mehr Bass durch.
    • Der Preamp: Typischerweise ein einfacher Transistor-Verstärker (z. B. 2SC945 oder ähnlich) mit Widerständen für Gain-Einstellung.
    • Teste mit dem Multimeter: Miss die Spannung am Pin 2 (+8V vom Radio) und stelle sicher, dass keine Kurzschlüsse vorhanden sind.
  3. Ersetzen des Electret-Elements (für klareren, natürlichen Klang)
    • Entlöte die zwei Drähte des alten Elements von der Platine.
    • Löte das neue Element an: Achte auf Polarität – der Signal-Ausgang (meist der Pin ohne Markierung) geht zum Koppelkondensator, Ground zum Massepunkt.
    • Wenn das neue Element eine andere Sensitivität hat, passe optional den Gain-Widerstand an (z. B. einen 2.2 kΩ-Widerstand in der Versorgungslinie erhöhen, um Übersteuerung zu vermeiden). Teste das später am Radio.
  4. Anpassen des Koppelkondensators (für besseren Bass)
    • Identifiziere den Koppelkondensator (kleiner SMD- oder Durchsteck-Kondensator).
    • Entlöte ihn vorsichtig (verwende Entlötpumpe, um die Platine nicht zu beschädigen).
    • Löte den neuen 1 µF-Kondensator ein. Achte auf Polarität, falls es ein Elektrolyt-Kondensator ist (positiv zur Signal-Seite). Verwende preferably einen nicht-polarisierten Typ.
    • Diese Änderung erweitert die untere Frequenzgrenze (von ca. 300 Hz auf 50-100 Hz), was zu vollerem Klang führt, aber potenziell mehr Rauschen (z. B. von Atem oder Raumgeräuschen) einfängt. Teste und passe bei Bedarf zurück.
  5. Zusammenbau und Test
    • Schließe das Gehäuse wieder (Schrauben festziehen, aber nicht überdrehen).
    • Verbinde das Mikrofon mit deinem Transceiver.
    • Stelle den Mic Gain am Radio auf 40-50% (z. B. bei IC-7300), Compression auf Level 3-5, TX EQ auf Bass +0 bis +2, Treble +3 bis +5, TX Bandwidth auf Wide.
    • Teste den Klang: Sprich in das Mikrofon und höre dir Aufnahmen an (z. B. über ein SDR-Receiver oder lass dir Feedback von anderen Funkern geben). Passe den Gain-Regler am Boden des SM-30 an (für Output-Level).
    • Wenn der Klang zu basslastig ist, reduziere den Kondensator-Wert auf 0.68 µF. Aktiviere den Low-Cut-Switch am SM-30, um Low-Frequency-Noise zu minimieren.

Mögliche Ergebnisse und Tipps

  • Erwarteter Effekt: Vollerer, natürlicherer Klang mit mehr Präsenz in den tiefen Frequenzen, besser für SSB oder FM.
  • Risiken: Zu viel Bass kann zu Verzerrungen führen; teste mit ALC-Meter am Radio (sollte nicht übersteuern).
  • Alternative ohne Umbau: Verwende den integrierten Low-Cut-Filter aus, passe Radio-EQ an (z. B. Bass boosten) oder probiere externe Audio-Processor (z. B. W2IHY EQ)…..powered by DO8AIL
DARC OV H05

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